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Vorwort zur HBSC-Studie 2010 von Hrn. Priv.Doz. Mag. Dr. phil. Wolfgang Dür:


Kinder erhalten die materiellen, psychischen und sozialen Grundlagen für eine gesunde Entwicklung zuallererst von den Eltern und haben daher Defizite, wo diese Grundlagen, aus welchen Gründen auch immer, nur unzureichend vermittelt werden. Ein Teil dieser Gründe liegt in den gesamtgesellschaftlichen Bedingungen des Aufwachsens von Kindern, angefangen beim ökonomischen Druck auf Familien, dem Wandel der Familienformen, der Erziehungskonkurrenz der Medien bis zur zunehmenden Entkoppelung der elterlichen und schulischen Erziehung von den tatsächlich erwartbaren Karrierelaufbahnen und -erfolgen.

Ein anderer Teil aber liegt durchaus im Einflussbereich der Eltern. Denn so viel kann man sagen: die Fähigkeiten zur Bewältigung der vielfältigen Anforderungen an moderne Elternschaft sind uns Eltern nicht in die Wiege gelegt worden. Als Vater von vier Kindern weiß ich ungefähr, wo die Schwierigkeiten liegen. Moderne Elternschaft will daher erlernt sein und umschließt auch die ständige Bereitschaft weiter zu lernen und sich an die wandelnden Gegebenheiten und Notwendigkeiten der Kinder in ihrer Umwelt anzupassen; und zwar zum Zwecke besserer Erziehung, aber schließlich auch dafür, um ihnen als politische Vertretung eine relevante Stimme verleihen zu können.

Als Sozialwissenschaftler, der seit über zwanzig Jahren im Bereich der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen Forschung betreibt, ist es mir ein Anliegen, zu den dafür notwendigen Kommunikations- und Lernprozessen mit wissenschaftlichen Ergebnissen beizutragen. Ich teile dieses Anliegen mit einer großen, interdisziplinären Gruppe von Kolleginnen und Kollegen, die im Namen der WHO die Health Behaviour in School-aged Children (HBSC) Studie durchführen.
HBSC ist die weltweit größte und in über 43 Ländern bestens etablierte wissenschaftliche Untersuchung (a) des Gesundheitszustands und des Gesundheitsverhaltens von 11- bis 17-jährigen Schülerinnen und Schülern und (b) der dafür relevanten positiven oder negativen Einflüsse der Familie, der Schule, der Peergruppen oder der sozioökonomischen Ungleichheit in der Gesellschaft.
Da die Studie alle vier Jahre wiederholt wird, können Trends (bei uns seit 1990) ermittelt, bzw., günstige und ungünstige Entwicklungen erkannt werden; da die Studie repräsentativ ist, können Problemgruppen identifiziert werden; Unterschiede zwischen den österreichischen Bundesländern können analysiert und zu regionalen Besonderheiten in Beziehung gesetzt werden. Dadurch hat die Studie in der Vergangenheit in Österreich wie in anderen Ländern eine wesentliche Rolle für die Gesundheits- und Bildungspolitik gespielt. 


Wenig genutzt wurde die Studie bzw. ihre Ergebnisse bislang von den Elternverbänden und Organisationen zur Unterstützung von Familien. Es ist ein neuer, überfälliger und höchst wünschenswerter Entwicklungsschritt, wenn Foren wie die vorliegende Website geschaffen werden, auf denen der Austausch zwischen Eltern und HBSC vorangetrieben werden kann.

Priv.Doz. Mag. Dr. phil. Wolfgang Dür
Direktor des Ludwig Boltzmann Instituts Health Promotion Research
Mitglied des Coordinating Committee der internationalen HBSC-Studie der WHO
Leiter der Countryzone Central Europe der internationalen HBSC-Studie der WHO

→ Link zur HBSC-Studie 2010 (pdf)

→ Link zur Pressekonferenz HBSC-Studie 2010 (pdf)    

   
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